Wohngruppe Woltersdorf

Wohngruppe mit tiergestütztem Arbeitsansatz und bedarfsorientierten
Betreuungsangebot
 
 
Freifläche
 
 
Rechtliche Rahmenbedingungen

Aufnahme und Finanzierung erfolgen nach den gesetzlichen Grundlagen
der §§ 27, 34, 35a, 39 und 41 SGB VIII.
 
Beschreibung der Hilfeform

Wohngruppe mit tiergestützten Arbeitsansatz und individuellem,
bedarfsorientiertem Betreuungsangebot.
 
Die Betreuung erfolgt in den Räumlichkeiten des Kinder- und Jugendwohnhauses
Woltersdorf als Rund-um-die-Uhr-Betreuung.
 
Grundlage unserer tiergestützten Arbeit bildet die Einbindung von Tieren in den
pädagogischen Alltag der Wohngruppe mit Schwerpunkt Tierschutz.
 
Die Betreuer/innen arbeiten im Co-Betreuungssystem mit Bezugsbetreuung und
sind ausgebildete Erzieher/innen, Sozialpädagogen/innen bzw. Heilpädagogen/innen
und verfügen teilweise über fachliche Zusatzqualifikationen entsprechend der
Zielgruppe. Das pädagogische Handeln der Mitarbeiter/innen orientiert sich an
heilpädagogischen, verhaltenstherapeutischen sowie erlebnispädagogischen
Ansätzen und ist durch eine systemisch-lösungsorientierte Arbeitsweise geprägt.

 
Platzkapazität

Die Wohngruppe verfügt über 8 Plätze und ist alters- und geschlechtsspezifisch
gemischt.
 
Zielgruppe

Im Zentrum der pädagogischen Bemühungen der Betreuer/innen stehen Kinder
und Jugendliche im Alter von 6-16 Jahre mit sozialen Benachteiligungen und
individuellen Beeinträchtigen,
 
- die vorrübergehend nicht in ihren Herkunftsfamilien leben können
- mit besonders belastenden Lebenserfahrungen
- mit tiefgreifenden Verhaltensstörungen
- mit Störungen im Sozialverhalten und in der psychischen Entwicklung
- mit Körperwahrnehmungsstörungen
- mit Schwachen Bindungsfähigkeiten
- mit mangelnden Konfliktlösungskompetenzen
- mit Schul- und Leistungsproblemen und Lernbehinderungen
- hyperkinetische Störungen haben (ADS/ ADHS)
- von seelischer Behinderung bedroht sind (Zuordnung zum Personenkreis des §35a SGB VIII)
- mit schwierigem Freizeitverhalten
 
Aufgaben und Ziele der pädagogischen Arbeit

Unser Selbstverständnis von pädagogischer Arbeit im Kontext von stationärer
Jugendhilfe ist davon geprägt, dass Kinder und Jugendliche mit Einschränkungen
und/oder Behinderungen in ihrer persönlichen Einmaligkeit Ermutigung,
Unterstützung und Annahme ihres Andersseins erfahren.
 
Aus der Annahme heraus, dass jedes Verhalten eines Kindes/Jugendlichen Sinn
ergibt, beziehen wir bei der Entwicklungsbegleitung des einzelnen Kindes dessen
bisherige Lebensgeschichte und diagnostische Beobachtungen und Ergebnisse ein.
 
Im Gruppenalltag zeigt sich diese Annahme darin, dass "unerwünschtem" Verhalten
von Kindern/Jugendlichen verstehend vor dem Hintergrund ihrer Biografien
pädagogisch-therapeutisch begegnet wird. Eine hohe Akzeptanz des Kindes/Jugend-
lichen trotz "auffälligen" Verhaltens schafft einen geschützten Rahmen, in dem das
Kind/der Jugendliche Entlastung erfährt. Die Kinder/Jugendlichen sollen ein klares,
verlässliches Beziehungsangebot erhalten und gleichzeitig konsequentes und ein-
schätzbares Verhalten der Erzieherteams erleben.
 
Ziel der pädagogischen Arbeit ist es das Kinder und Jugendliche lernen, ihre
Bedürfnisse und Gefühle nicht zu unterdrücken oder sich von diesen beherrschen
zu lassen, sondern sie zu benennen, zu akzeptieren und ihr Verhalten danach zu
steuern.
 
Grundleistungen der Wohngruppe

Durch das beschriebene Betreuungskonzept können sowohl Kinder und Jugendliche
mit erzieherischen Bedarf und/oder der Eingliederungshilfe gemäß §35a SGB VIII
bedarfsorientiert betreut werden.
 
Sind Kinder und Jugendliche dem Personenkreis des §35a SGB VIII zugeordnet und
Aufgaben der Eingliederungshilfe durch die Einrichtung zu leisten, so sind zu den
nachfolgend genannten Grundleistungen personenbezoge "Individuelle Zusätzlichen
Betreuungsleistungen" zu gewähren.
 
Neben der Förderung und Unterstützung der individuellen Entwicklung des jungen
Menschen stellt die Organisation des gemeinsamen Wohnens in der Gruppe einen
Schwerpunkt dar. In der Wohngruppe werden folgende Grundleistungen angeboten:
 
- Aufsicht und Betreuung
- wöchentliche musiktherapeutische Angebote
- umfassende Verpflegung und Versorgung
- Gesundheitliche Betreuung
- Soziale und emotionale Förderung der persönlichen Entwicklung
- Förderung des Sozialverhaltens
- Entwicklung lebenspraktischer Fertigkeiten und Fähigkeiten
- Förderung der Schulentwicklung
- Integration ins soziale Umfeld
- Unterstützung bei der Freizeit- und Feriengestaltung
- Kontakt zur Herkunftsfamilie
- Elternarbeit
- Vorbereitung der Rückkehr in die Herkunftsfamilie oder Wechsel der Betreuungsform
- Vernetzung mit anderen Hilfsangeboten
- Entwicklungsdiagnostik, Erziehungs- und Hilfeplanung
- Individuelle Zusätzliche Betreuungsleistungen

Bei Bedarf sind "Individuelle Zusätzliche Betreuungsleistungen" zu vereinbaren.
Diese sind im Einzelfall und am Bedarf des jeweiligen Kindes/Jugendlichen
orientiert. Dies trifft z. B. auf Kinder/ Jugendliche mit einer eingeschränkten
Gruppenfähigkeit (z.B. bei ADS/ ADHS) bzw. individuellem Förder- und
Therapiebedarf (z.B. intensive Therapiebegleitung durch Bezugsbetreuer/in) zu.
 
Kinder/Jugendliche die dem Personenkreis des §35a SGB VIII zugeordnet sind
haben Anspruch auf individuelle zusätzliche Betreuungsleistungen. Dieser ist im
Rahmen der Hilfeplanung festzulegen. Zielsetzung ist hierbei die Abwendung einer
dauerhaften seelischen Behinderung durch geeignete pädagogisch-therapeutische
Maßnahmen.
 
Die Abrechnung von musiktherapeutischen Leistungen, welche über die vereinbarte
Grundleistung hinausgehen, erfolgt über Fachleistungsstunde im Rahmen einer
Einzelvereinbarung.
 
Personelle Ausstattung

Die Kinder und Jugendlichen werden von einem multiprofessionellen Team von
fünf pädagogischen Fachkräften unterschiedlicher beruflicher Qualifikationen
betreut.

Die vorhandenen pädagogischen Fachkräfte sind zum Teil in Teilzeit beschäftigt und
können bei Bedarf notwendige "Individuelle Zusätzliche Betreuungsleistungen" und/oder
Aufgaben der Eingliederungshilfe realisieren (siehe auch "Individuelle Zusätzliche
Betreuungsleistungen"). Hierdurch kann eine Betreuungskontinuität sichergestellt und
Beziehungsabbrüche vermieden werden. Die Abrechnung von zusätzlichen Betreuungs-
leistungen erfolgt über Fachleistungsstunde.
 
Weiterhin gibt es eine Wirtschaftskraft und einen Hausmeister die u.a. für die
Grundreinigung des Wohnbereiches, die Wäschepflege, die Essenversorgung der
Wohngruppe sowie der Pflege des Außengeländes, Winterdienst, Kleinreparaturen
und Fahrdienste zuständig und in den pädagogischen Kontext der Wohngruppe
integriert sind.
 
Standort

Das Wohnhaus der Wohngruppe befindet sich in einer Siedlung mit Reihenhäusern
in der Gemeinde Woltersdorf. Die geographische Lage von Woltersdorf, mit den
ausgedehnten Waldgebieten und zahlreichen Seen, bietet allein durch die Nutzung der
natürlichen Ressourcen vielfältige Möglichkeiten der Freizeitgestaltung.
 
Die Wohngruppe berücksichtigt in ihrem gemeinwesenorientierten Ansatz auch die
infrastrukturellen Freizeitangebote von Vereinen und Interessengemeinschaften.
So können alle Angebote der näheren Umgebung als sozialintegrative Freizeitmaß-
nahmen in den Tagesablauf der Wohngruppe eingebunden werden.
 
Auf Grund der guten Erreichbarkeit durch öffentliche Verkehrsmittel, besteht die
Möglichkeit, alle Schulformen im Landkreis Oder-Spree zu besuchen. Überbetriebliche
Ausbildungsstätten stehen in Fürstenwalde und Rüdersdorf zur Verfügung und sind
ebenfalls mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen.
 
Räumliche Ausstattung

Das Kinder- und Jugendwohnhaus Woltersdorf besteht aus zwei nebeneinander
liegenden Reihenhäusern die im Erdgeschoss miteinander verbunden sind. Die Wohn-
bereiche der Kinder und Jugendlichen befinden sich jeweils in den Obergeschossen der
Wohnhäuser. Alle Kinder und Jugendlichen wohnen in Einzel- bzw. einem Doppel-
zimmerzimmer. Weiterhin gehören zwei separate Bäder mit WC, ein Gemeinschafts-
raum mit multifunktionalen Nutzungsmöglichkeiten, ein Kreativ- und Bastelraumraum 
sowie ein großzügiger Wohn-/ Essbereich mit separater Küche im  Erdgeschoss zum
Wohnbereich.
 
Finanzierung

- Tageskostensatz/ Fachleistungsstunde
 
Vermittlung in unsere Angebote

Heimverbund "Am Löcknitztal":
Herr Wende-Szepes (Leiter Heimverbund)
Ernst-Thälmann-Strasse 40
15537 Grünheide
Tel.: 03362-61 83
Fax: 03362-50 23 27
Mobil: 0163-5922013